Hambach – viele Fragen offen

FDP gegen weitere Grundwasserabsenkung: Auswirkung auf Trinkwasserversorgung ungeklärt

 

SWISTTAL: Bekanntlich hatte der  Planungs-und Verkehrsausschuss  in seiner Sitzung Anfang September  den wasserrechtlichen Antrag für den Hambacher Braunkohletagebau abgelehnt. Kernpunkt dieses Antrags der RWE ist die  maßgebliche Ausweitung  der bereits heute stattfindenden Sümpfungsmaßnahmen auch auf Swisttaler Gemeindegebiet.

Die FDP kritisiert insbesondere vor dem Hintergrund  sich abzeichnender Klimaveränderungen, dass im Antrag der RWE mögliche negative Auswirkungen auf die  regionale Trinkwasserversorgung und auf die Wasserversorgung der Landwirtschaft nur unzureichend dargestellt werden. Gleiches gilt für das zukünftige Szenario von Gebäudeschäden durch Grundwasserabsenkungen sowie beim Wiederanstieg des Grundwassers nach Beendigung des Tagebaus. Die Freien Demokraten fordern zunächst eine Beantwortung der offenen Fragen und mahnen eine Überarbeitung des Antrags an.

Dagegen steht das Baumsterben in Swisttal und der Region, dem nach zwei ungewöhnlich trockenen Sommern auch viele Laubbäume zum Opfer fielen, nach Ansicht der FDP nicht im direkten Zusammenhang mit Grundwasserabsenkungen für den Hambacher Tagebau. Sie widerspricht damit einer Darstellung der SPD.

Namentlich die Waldgebiete von  Kottenforst und Waldville haben seit Menschengedenken keinen direkten Grundwasseranschluss. Die Bäume dort leben ausschließlich vom sog. „Schichtenwasser“, das sich nach Regenereignissen dicht unter der Erdoberfläche staut. Ein Blick in die Tagebauseen bei Buschhoven zeigt, dass das Grundwasser dort 15 bis 20 m unter  Geländeniveau steht. „Vor der Sümpfung für den Braunkohletagebau war der Grundwasserstand  in diesem Bereich nur etwa ein bis drei Meter höher“, erläutert Monika Goldammer, umweltpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion.

Die FDP kritisiert allerdings, dass Aussagen, ob die Geländeabsenkungen selbst dieses sensible geologische System im Kottenforst schädigen können, im Antrag der RWE gänzlich fehlen. Denkbar seien Undichtigkeiten in den wasserhaltenden tonigen Schichten nahe der Oberfläche, wodurch  Regenwasser rascher versickern würde und somit den Bäumen nicht mehr zur Verfügung stünde.

Wie die anderen Fraktionen des Swisttaler Rats drängen die Liberalen auf eine Beantwortung der offenen Fragen und mahnen deshalb eine Überarbeitung des Antrags an.

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