Stellenausschreibungen der Kreisverwaltung: FDP wünscht mehr Flexibilität gegen Fachkräftemangel

Siegburg – Der Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt hat längst auch die Kreisverwaltung Rhein-Sieg erfasst, mehr Flexibilität bei Stellenausschreibungen ist daher nach Ansicht der FDP-Kreistagsfraktion angebracht. Christoph Küpper, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Freidemokraten, zeigt sich besorgt: „Wenn sich im Jahr 2016 noch 727 Bewerber auf 53 Ausschreibungen melden und 2017 nur noch 424 Bewerber auf 55 Ausschreibungen, ist das ein deutliches Zeichen, dass auch der Kreis nicht mehr aus dem Vollen schöpfen kann. Gibt es keine zwingenden rechtlichen Gründe für strenge Hürden, sollten zumindest für den Zugang zum Verfahren die Regeln lockerer sein. Streng aussieben und den besten Bewerber auswählen kann man später immer noch.“

In einer Anfrage an den Landrat thematisiert die FDP-Fraktion Rhein-Sieg daher die Ausschreibungspraxis der Kreisverwaltung bei offenen Stellen im Kreishaus. Nach Ansicht der Freidemokraten legt die Verwaltung in ihren Ausschreibungen die Messlatte für Bewerber deutlich höher als andere Verwaltungen. Der Rhein-Sieg-Kreis knüpft seine Ausschreibungen häufig an formale Voraussetzungen wie spezielle Verwaltungslehrgänge und erkennt anders als andere Behörden nicht an, wenn ein Bewerber vergleichbare Kenntnisse oder Berufserfahrung in dem für die Stelle relevanten Bereich mitbringt. Küpper: „Für uns ist nicht ersichtlich, warum der Kreis die Zahl der möglichen Bewerber durch strenge formale Kriterien stärker einschränkt als andere Ministerien, Ämter und Verwaltungen. Wenn jemand die für eine Stelle nötigen Fähigkeiten und Erfahrungen auf anderem Wege erworben hat, sollte ein fehlender Lehrgang keine unüberwindbare Hürde sein.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.