Baumfällbeschluss der Gemeinde erregt die Gemüter

Zurzeit empören sich die Heimerzheimer Bürger, dass der Umweltausschuss (UWE) der Gemeinde zugestimmt hat, eine schöne, sehr große und relativ gesunde Robinie in einer Wohnstraße zu fällen.

Wieso das?
Zugegeben: Wer als Anwohner an dem “ortsbildprägenden” Baum, vorbeifährt, der kann das nicht verstehen: Aber die Faktenlage, von der sich die Ausschussmitglieder vor Ort ein Bild gemacht haben, sagt anderes, erläutert Monika Goldammer, FDP-Fachfrau in Sachen Umweltschutz und Planung: Es ist nicht der Baum und sein Laub, der die direkten Anwohner „stört“, er beeinträchtigt sie im ordnungsgemäßen Gebrauch ihres Grundstücks – darum geht´s!

Der Baum steht nämlich innerhalb einer Grundstückseinfahrt. Wer von den vielen protestierenden Bürgern möchte das vor seinem Haus?

Es handelt sich um eine gesunde, deshalb stark wüchsige Robinie mittleren Alters, d.h. die bereits vorhandenen Schäden an Gehweg und Straße werden rasch noch zunehmen. Die Stolperfallen sind schon jetzt erheblich. Damit hätte die Gemeinde einen weiteren “Pflegefall” und müsste regelmäßig und vorsorglich störende, oberflächliche Wurzeln entfernen, wodurch es vermehrt zu Totholz in der Krone kommt mit Risiken für Verkehrssicherheit, die die Gemeinde immer und überall sicherstellen muss.

Eine von den Protestierenden geforderte Ersatzpflanzung an gleicher Stelle wäre Unsinn, sollte doch jeder Hausbesitzer eine freie Zufahrt zu seinem Grundstück haben. Allerdings haben die Antrag-stellenden Anwohner bereits einen Baum auf dem eigenen Grundstück als Ersatz gepflanzt und sind auch bereit, ein verkleinertes Beet an der verwaisten Stelle zu pflegen.

Dies alles waren die Gründe, weshalb die FDP-Vertreterin mit der Mehrheit des Ausschusses der Fällung der „gesunden Robinie“ zugestimmt haben.

Übrigens: Der Kottenforst, so wie wir ihn kennen, stirbt gerade am Klimawandel: Die Fichte ist nicht mehr zu retten, den Eichen geht es schlecht, der prächtige Rhododendron am Buschhovener Forsthaus, geschätzt 60 Jahre alt, ist größtenteils verwelkt. Die Leute kommen nach wie vor in den Wald und denken, es sei einfach nur der Herbst …!

Verständlich, dass die Bürger jetzt versuchen, jeden solitären Baum in ihrem Umfeld zu retten.  „Gut so! Aber in diesem Fall steht der gesunde Baum einfach am falschen Platz,“ so Monika Goldammer und verspricht, bei künftig geplanten Pflanzungen von Straßenbäumen genauer aufzupassen: „Nicht jeder Baum ist für jeden Standort geeignet“.

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