Missliebigen Ratsbeschluss mit „Griff zur Waffe“ beantwortet – unvorstellbar im 21. Jahrhundert!

10. Februar 2016

Der „Haustürenanschlag“ mit Bauschaum gegen den Ortsvorsteher von Heimerzheim, Hermann Leuning, und die Bürgerin Ulrike Koch ist schier unglaublich – „ob Karneval oder nicht: Wir sind doch nicht im wilden Westen, wo jeder zur Waffe seiner Wahl greift, wenn ihm was nicht passt!“, empört sich Monika Wolf-Umhauer, Fraktionsvorsitzende der FDP. Das sei kein „Scherz“ mehr, sondern grobe Sachbeschädigung, also eine Straftat!

„Das Teuflische daran“ sei die zu vermutende Verbindung zu der Entscheidung im Gemeinderat, „das Kammerfeld“ verkehrsmäßig auch weiterhin ausschließlich über den Kreisel an den Märkten anzuschließen (fußläufig gibt es ja mehrere Alternativen!).

„Ich empfinde das daher als einen unerhörten Einschüchterungsversuch unbescholtener Bürger und eines seit Jahren für sein Dorf engagierten Ortsvorstehers, den wir nicht hinnehmen können. Ich hoffe sehr, dass die eingeschaltete Polizei – vielleicht mit Hilfe der Beobachtung von Bürgern – den Täter schnell fasst – und dann auch alle Schadenskosten tragen lässt!“, so die Freidemokratin.

Schon die vorherige mehrfache Entfernung der Poller sei ein selbstherrlicher Eingriff in den Öffentlichen Raum gewesen. „Aber der persönliche Angriff auf Andersdenkende ist so dreist, dass es für mich im „Christlichen Abendland des 21. Jahrhunderts“ einfach unvorstellbar war!“

Demokratie lebe von Rede und Gegenrede, Diskussion und dem Austausch von Argumenten.  Die bauliche Situation des „Kammerfelds“ müsse jedem, der hier hinzieht, bekannt sein. Jeder, der mit diesen Gegebenheiten nicht einverstanden ist, könne dies – wie bei den zeitgleichen gegenläufigen Anträgen „Öffnen“ bzw „Schließen“ des Mirgelwegs geschehen – öffentlich kund tun und für eine Änderung werben. „Aber er muss es hinnehmen, dass andere andere Argumente haben und vielleicht sogar eine Mehrheit es anders sieht.“

Auch diesmal wurde die Entscheidung – trotz veränderter Verhältnisse im Rat – wieder einstimmig getroffen. Weshalb nun ausgerechnet der Ortsvorsteher angegriffen werde, zeuge von besonderer Blindwut. „Nach den bisherigen Reaktionen der Politiker-Kollegen bin ich mir aber sicher, dass dieser „Anschlag auf unsere Courage und Arbeit für die Allgemeinheit“ sein Ziel verfehlt: Wir werden uns nicht einschüchtern lassen, sondern uns weiter gemeinsam (wenn auch teilweise auf parteipolitisch unterschiedlichen Wegen) für Swisttal und seine Bürger einsetzen!“, ist Wolf-Umhauer überzeugt.

 

(Zum Hintergrund:

Um die Entscheidung, „das Kammerfeld“ verkehrsmäßig ausschließlich über den Kreisel an den Märkten anzuschließen, wurde in der Planungsphase schon jahrelang gerungen, und nach einem Sachverständigengutachten vor Jahren wurde sie über alle Fraktionen hinweg EINSTIMMIG getroffen. Auch ich brauchte lange, mich dem Votum anzuschließen: Es ist zurzeit keine optimale Lösung, aber aufgrund der gegebenen Verhältnisse gerade am Mirgelweg nicht anders möglich. Einziger Trost: Das Baugebiet SOLL ja irgendwann erweitert werden, und dann steht am Ende des Gebiets auch eine weitere Anbindung zu erwarten. Die Zufahrt über den Mirgelweg ist aber – gerade an der Pollerstelle – aus gutem Grund NICHT möglich!)

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