Dreikönigstreffen der FDP Rhein-Sieg: Auftakt für das politische Jahr 2016

14. Januar 2016


Siegburg – Zu ihrem traditionellen Dreikönigstreffen konnten FDP-Kreisverband und -Kreistagsfraktion Rhein-Sieg einmal mehr zahlreiche Gäste in Sankt Augustin im Haus Menden begrüßen. FDP-Kreisparteichef Jürgen Peter freute sich in seiner Eröffnungsrede, dass sich auch der ehemalige Außenminister Klaus Kinkel, die stellvertretende Landrätin Notburga Kunert und der Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg, Hubertus Hille, unter den Ehrengästen befanden.
Festredner des Abends war Hubertus Porschen, Bundesvorsitzender der Jungen Unternehmer und Gründer eines erfolgreichen IT-Unternehmens aus Köln. In seiner Rede kritisierte er, dass die Digitalisierung mit ihren Chancen und Herausforderungen in Deutschland immer noch nicht wirklich verstanden werde, da man sich auf traditionelle Branchen wie Industrie und Technik konzentriere. Bei der Vergabe von Krediten seien IT-Unternehmen beispielsweise immer noch im Nachteil, da man den Banken keine Sachwerte wie Maschinen oder Gebäude als Sicherheit bieten könne. „Mehr Visionen und Chancen, weniger Bedenken und bürokratische Hindernisse“, so das Credo Porschens. Eine geschäftliche Vision müsse man entwickeln können und mit dieser auch scheitern dürfen. Die Gesellschaft brauche „mehr Fehlertoleranz“, denn eine Null-Fehler-Strategie sei weltfremd und lähme.

Lamberty: „Der Arbeitsmarkt ist leergefegt“

Weitere Themen des Abends waren die Flüchtlingssituation in den Städten und Gemeinden des Kreises sowie die Gewaltexzesse der Silvesternacht in Köln. Peter warnte davor, dass die Stimmung in der Bevölkerung „auf der Kippe“ sei. Ohne Hilfe von Bund und Land hätten die Kommunen „keine Chance auf erfolgreiche Unterbringung und Integration“. Die Mittel müssten zudem gerechter verteilt werden, da derzeit Kommunen im Nachteil seien, die ihre Unterbringungsquoten pflichtgemäß erfüllten. Kreistagsfraktionschef Karl-Heinz Lamberty ergänzte, dass die Städte und Gemeinden mit ihren Verwaltungen „am Rande der Leistungsfähigkeit“ angekommen seien. Finanziell und organisatorisch sei die Lage kaum noch zu bewältigen, es fehle zudem am nötigen Fachpersonal wie Sozialarbeitern, Kindergärtnerinnen und Verwaltungsmitarbeitern. Der Arbeitsmarkt sei leergefegt.

Angesichts der Vorkommnisse in Köln forderte Gerhard Papke, Vizepräsident des Landtags NRW und Abgeordneter aus dem Rhein-Sieg-Kreis, einen „wehrhaften Rechtsstaat“. Er verurteilte die Taten aufs schärfste und bemängelte die unzureichende Polizeiarbeit und das Versagen, die Tatumstände öffentlich und transparent auf den Tisch zu legen. Er dankte den regionalen Zeitungen daher für den mutigen Rechercheeinsatz, der schließlich die Dinge an den Tag brachte.

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