Landesregierung kürzt Geld für Sprachförderung

4. Juni 2014

100_3688FDP: Mittel nach Bedarf zuweisen, nicht mit der Gießkanne!

Den Kindergärten im Rhein-Sieg-Kreis steht in den kommenden Jahren weniger Geld für Sprachförderung zur Verfügung. Das beschloss jetzt der Landtag Nordrhein-Westfalen mit den Stimmen von SPD und Grünen. Obwohl der Bedarf einer professionellen Sprachförderung für Kinder kontinuierlich steigt, erhält der Rhein-Sieg-Kreis noch 86% an Landesmitteln, die Stadt Bornheim muss sogar mit nur 70% auskommen. Nur ein paar große Städte erhalten – wie Bonn (131%) – mehr als früher, meistens wurde das Geld gekürzt.

„Ganz Deutschland redet über die Notwendigkeit guter Bildung und bei uns werden die Mittel für die Sprachförderung gekürzt,“ kritisiert Monika Wolf-Umhauer, bildungspolitische Sprecherin der FDP-Swisttal. Obwohl immer mehr Kinder auf eine professionelle Förderung angewiesen seien, werde es im Rhein-Sieg-Kreis und in der Gemeinde Swisttal zukünftig weniger Angebote geben können. „Das passt nun wirklich nicht zum politischen Kredo der „SPD-Landesmutter Kraft“, die kein Kind zurücklassen will!“, empört sich Wolf-Umhauer.

Mit den Landesmitteln für die Sprachförderung sollen Kinder, die Defizite bei der sprachlichen Entwicklung haben, frühzeitig und kontinuierlich gefördert werden. Im Rahmen einer Änderung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) wurde von den Regierungsparteien SPD und Grüne nun im Landtag beschlossen, die Systematik der Mittelverteilung zu ändern und die Gesamthöhe der Landesmittel für Sprachförderung zu kürzen. Von den 186 Jugendämtern in Nordrhein-Westfalen werden durch die Änderungen 112 Städte und Kreise weniger Mittel als bisher erhalten, wie aus Zahlen der Landesregierung hervorgeht. Dazu zählen auch der Rhein-Sieg-Kreis und die Gemeinde Swisttal.
Wolf-Umhauer stellt klar: „Die Kinder in unseren Kindergärten brauchen die Unterstützung. Das Land sollte sicherstellen, dass alle Kinder, unabhängig von ihrem Wohnort, eine gute Förderung bekommen.“

Im Landtag hatte die FDP außerdem kritisiert, dass dadurch einige Kitas zukünftig überhaupt keine Sprachförderung mehr durchführen können. Das Gesetz sieht vor, dass geförderte Kitas mindestens 5.000 Euro erhalten müssen. „Manche Einrichtungen werden dann leer ausgehen, weil das Geld auf wenige Kitas konzentriert werden muss. Wir wollen aber erreichen, dass die Kinder weiter wohnortnah gefördert werden können. Die Mittel sollen nach Bedarf verteilt werden, und nicht nach dem Gießkannenprinzip!“, so Wolf-Umhauer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.