Wertberichtigung der RWE-Aktien

25. April 2014

Siegburg – Nun ist es also amtlich: Die Kämmerei des Rhein-Sieg-Kreises wird den Wert des RWE-Aktienpaketes teilweise abschreiben. Dieses ist noch mit 86,69 Euro pro Aktie in den Büchern des Kreises. Insgesamt hält der Kreis noch ein Aktienvolumen von 1,4 Mio Stück. Bereits 2008 hat die FDP Kreistagsfraktion den Buchwert in der Eröffnungsbilanz des Kreises kritisiert. Dazu der FDP-Abgeordnete Christoph Cáceres Ayllón: „Wir waren die einzige Fraktion im Kreistag, die im Jahr 2008 wegen des zu hohen Kurswertes der RWE-Aktien die Eröffnungsbilanz abgelehnt haben. Auch mehrere Anläufe, das Aktienpaket zu reduzieren, als die Kurse noch höher waren, wurden von der Kreistagsmehrheit abgelehnt.“

Zwischenzeitlich sind die Kurse so stark eingebrochen, dass der Rhein-Sieg-Kreis eine Wertberichtigung in Höhe von 85 Mio Euro vornehmen muss. Aufgrund dieser notwendigen Wertberichtigung reduziert sich die allgemeine Rücklage von 149 auf 64 Mio Euro. „Die Abschreibung der Aktien war seit Jahren überfällig. Jeder normale Geschäftsmann hätte diese schon vorher wertberichtigt, da die RWE-Aktien dauerhaft gesunken sind. Die Abschreibung dient der Haushaltsklarheit und -wahrheit. Nun sollte allen Politikern klar sein, dass wir nicht über enorme stille Reserven verfügen“, so Cáceres.

Andere Kommunen haben sich nach Ansicht der FDP klüger verhalten und die Aktien bereits vor einigen Jahren abgestoßen, erklärt Cáceres: „Das Aktienpaket hätte bereits seit Jahren verkauft werden können, um Schulden zu tilgen. Der Rhein-Sieg-Kreis stünde heute weitgehend schuldenfrei da, wenn man sich vor Jahren am Vorbild anderer Kommunen orientiert hätte. Diese Chance ist nun vertan.“

Insgesamt kostet der anhaltende Sinkflug der RWE-Aktien die 20 größten kommunalen Anteilseigner an RWE laut der Wirtschaftswoche rund 2,5 Milliarden Euro.

„Die RWE Wertberichtigung zeigt nun, dass man als Kreis oder Kommune nicht am Kapitalmarkt zocken sollte. Auch wenn rhenag Aktien nicht am freien Markt gehandelt werden und die rhenag nur ein Zwischenhändler am Energiemarkt darstellt, so ist auch die rhenag von der Energiewende und wegbrechenden Margen betroffen. Auch hier ein Grund, zukünftig die Finger davon zu lassen, so Cáceres abschließend.

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